Die Vokale in seat /i/ und sit /ɪ/ klingen ähnlich, fühlen sich im Mund aber völlig unterschiedlich an. Das /i/ ist lang und gespannt: Die Lippen sind in die Breite gezogen, die Zunge schiebt sich weit nach oben und vorn, der Vokal wird gehalten und gedehnt. Das /ɪ/ ist kürzer und ein Stück tiefer; die Zunge senkt sich, die Lippen entspannen sich, und der Vokal wird knapper artikuliert. Sprecher des Spanischen, Italienischen, Portugiesischen, Japanischen, Mandarin und Koreanischen — und auch wir deutsche Muttersprachler — vermischen diese beiden oft. Wenn du lernst, sie sauber zu trennen, wird dein amerikanisches Englisch sofort viel verständlicher.
So unterscheiden sich die beiden Laute.
5 kleine Anpassungen im Mund. Mach eine davon falsch, und der Laut kippt in seinen Nachbarn.
Jetzt bist du dran.
Nimm dich ein paar Mal auf, wie du „Seat" und „Sit" sagst. Hör es dir an — dein eigenes Ohr ist das beste Feedback, um den Kontrast zu treffen.
Wörter, die sich durch einen einzigen Laut ändern.
Jedes Paar unten unterscheidet sich in genau einem Laut: Mach aus /i/ ein /ɪ/, und die Bedeutung kippt mit. Tippe ein beliebiges Wort für die vollständige Analyse an.
Wenn dein Ohr sie verschwimmen lässt, hier ist der Grund.
Die meisten Sprachen der Welt haben nur einen Vokal vom Typ /i/ — und das ist meist die lange, gespannte Variante. Sprecher dieser Sprachen neigen dazu, diesen einzigen Vokal sowohl für das englische /i/ als auch für das /ɪ/ zu verwenden. Zwar hat das Deutsche gespannte und ungespannte i-Laute („bieten“ vs. „bitten“), aber wir neigen im Englischen oft dazu, beide Laute in Richtung unseres vertrauten /iː/ zu ziehen. Dadurch verschmelzen Paare wie sheep / ship, leave / live oder beach / bitch zu ein und demselben Laut. Die Lösung ist nicht, das /ɪ/ einfach nur kürzer auszusprechen. Du musst Zunge und Kiefer physisch ein Stück weit entspannen und zulassen, dass sich der Vokal ein bisschen unsauber anfühlt. Das amerikanische /ɪ/ soll sich träge anfühlen. Wenn es weiterhin gespannt klingt, hören amerikanische Ohren ein /i/ — ganz egal, wie kurz du es machst.
Trainiere erst den Muskel, dann das Ohr.
4 kurze Übungen. Mach sie laut: Spüre die Veränderung im Mund, bevor du versuchst, sie zu hören.
Sprich see und halte den Laut. Öffne nun den Kiefer einen Spaltbreit und lass die Lippen entspannen — das ist das sih wie in sit. Der Vokal sollte sich anfühlen, als wäre er eine Stufe tiefer gerutscht, nicht einfach nur kürzer.
Nimm dich selbst beim Sprechen von Minimalpaaren auf: Sprich im Wechsel sheep, ship, sheep, ship. Hör dir die Aufnahme an. Wenn sie gleich klingen, ist dein /ɪ/ zu gespannt. Entspanne deinen Kiefer und deine Zunge noch etwas mehr.
Lies Minimalpaar-Sätze laut vor: My feet don't fit, The sheep is on the ship. Übertreibe die Entspannung beim /ɪ/, bis du den Unterschied deutlich hören kannst, und nimm es dann wieder auf ein normales Maß zurück.
Höre amerikanischen Sprechern zu, wenn sie women, busy oder England sagen — diese Wörter haben ein /ɪ/ trotz ungewöhnlicher Schreibweise. Dein Ohr sollte diese entspannte Lautqualität heraushören, unabhängig davon, wie das Wort geschrieben wird.